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Almut
Micha
Steffi
Windfee


Wir sind zwischen 27 und 38 Jahre alt, haben total verschiedene Berufe, sind Singles oder schon fast verheiratet,
träumen von der Halse, der Airjibe oder sogar schon vom Loop, aber eins haben wir alle gemeinsam:
im Sommer gehören unsere Wochenenden dem Gardasee.....



Bildschöner 360er von Micha


Die Partycrowd vorm Moby
Es ist Freitag spätabends. Hinter uns liegen 380 Vollgas-gefahrene Kilometer. Noch eine letzte Linkskurve und er liegt vor uns im Mondlicht wie ein glitzerndes Tischtuch: der Gardasee!!! Bei dem Anblick zappelt Steffi begeistert neben mir auf dem Beifahrersitz herum und auch ich muß mich jedes Mal zusammenreißen, damit ich meinen Espace nicht vor lauter Staunen über soviel majestätische Schönheit in den Graben lenke.

Jetzt noch ein kurzer Abstecher nach Torbole ins Moby zum Hallo sagen und dann schnell nach Malcesine, um noch eine Mütze Schlaf zu kriegen, bevor um 6 Uhr der Vento loslegt. Nur - daraus wird diesmal nichts! Wir rasseln mitten in die ausgelassene Party des 24-Hour-Contests der Stehsegelrevue und die Jungs brauchen noch Verstärkung zum Feiern...da kommen wir natürlich gerade recht!!

Na bravo!!! Micha und Almut sind auch schon gut dabei und gegen 2 Uhr zieht die ganze Meute weiter in die Disco Conca d'Oro, wo dann endgültig der Punk abgeht. Soll uns schließlich keiner nachsagen, wir Mädels könnten nur auf dem Wasser Gas geben ;-)

Foto: Ronny Kiaulehn
Die Musik finde ich zwar ziemlich gruselig (typischer Italo-Pop!!!) aber ich könnte mich die ganze Nacht darüber scheckig lachen, wie die Italiener der Micha und der Steffi hinterher hirschen.

Um halb fünf kickt uns der Gorilla vom Conca auf die Straße und wir feiern auf dem Parkplatz am Wasser weiter, die Jungs schmeißen sogar eine Runde Spaghetti vom Campingkocher und ein komplettes Weisswurschtfrühstück - cool!!!
Foto: Ronny Kiaulehn

Als es gegen halb sechs hinter den Bergen langsam heller wird und die Fahnen am Wasser anfangen, sich träge zu bewegen, sammele ich schnell Steffi ein und wir düsen zum Ventoparkplatz nach Malcesine, wo die Italiener schon unter hektischem Palaver am Aufbauen sind. Und als es mich ich dann bei der ersten verpatzten Aerial ins schweinskalte Wasser zerfetzt, ist auch die letzte eventuelle Müdigkeit verflogen. Übermütig heizen und springen Steffi und ich um die Wette und als endlich die Sonne über den Monte Baldo lugt und den See in golden glitzerndes Licht taucht, sind wir mal wieder sicher, daß wir genau in diesem Moment nirgendwo anders auf der Welt sein wollen, als hier am Lago.

Gegen halb zehn Uhr schleppen wir völlig erfroren und entkräftet unser Material ans felsige Ufer, bauen ab, fahren zügig einmal um den halben See auf die Westseite zum Hotel Pier, quetschen uns in einen der engen Parkplätze, schnappen uns unsere Schlafsäcke und verschlafen den ganzen Nachmittag in der Sonne, weil der Südwind eh mal wieder schwächelt.
Das soll wahrscheinlich eine Aerial werden....

My car is my castle
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Tag am Pier vor fünf Jahren, damals war ich vielleicht eins von drei Mädels auf dem Wasser und seitdem werden es jedes Jahr mehr. Inzwischen sind wir ein lustiger, lockerer Haufen, der sich jedes Wochenende in neuer Konstellation am Lago trifft, tagsüber auf dem Wasser zu neuen Moves pusht, abends im Brasa weltbeste Pizza und literweise Teroldego Rotaliano vernichtet und danach in den Autos pennt.

Und auch sonst ist die Frauenquote rund um den See ganz schön hoch. Das liegt sicher daran, daß der Lago zwar manchmal ganz schön ruppig werden kann (erst letztes Wochenende hatten wir Nordsturm mit zehn Beaufort bei 2 Meter Welle in Toscolano - jawohl, ihr Fischköpfe!!!), aber wenigstens hat man irgendwo immer Land um sich herum, im Sommer sogar bis zu 24 Grad Wassertemperatur, genialen Wind bei blauem Himmel, keine blöden Strömungen, Gezeiten oder sonstiges Gezeter......und vor allem auch noch einen Haufen nette italienische Läden zum Shoppen!!! ;-))
Teroldego Rotaliano for ever

Auch vom Fahrkönnen ist hier alles vertreten: die konsequenteste und professionellste ist sicher die Österreicherin Tanja Emig, die im Sommer am Lago als Surflehrerin und inzwischen auch als Segelnäherin arbeitet, um den Winter in windigen Gegenden wie Australien, Südafrika und den Kapverden zu verbringen und die bei Events wie dem King of the Lake 2002 super Plätze belegt. Sie wird gefolgt von der Salzburgerin Geli, auch „Queen Mum“ genannt, die sich im Sommer mit ihrem Freund Gerhard ein Haus am Berg mietet, morgens in Malcesine ihre Loops springt und nachmittags am Laptop ihrem Job als Grafikerin nachgeht.

Auch keine schlechte Lösung hat meine Freundin Micha, die unter der Woche wie eine Gestörte als Sporttherapeutin arbeitet, damit sie montags auch noch frei hat, um in al Pra die Wellen zu shredden und die seit zwei Jahren jeden einzelnen Urlaubstag irgendwo auf dem Wasser steht, um Backwindjibes und 360er zu üben. Auch cool finde ich Katja, die gerade ihren halben Jahresurlaub geopfert hat, um einfach so aus Spaß den Surflehrerschein zu machen....man weiß ja nie, wofür man ihn noch brauchen kann (O-Ton!!!).
Tanja Emig - Foto: Ronny Kiaulehn

Die Windfee beim Bodydrag
Wir alle leben unseren Traum so konsequent, wie es jeder einzelnen von uns möglich ist und nur unser eigener Ehrgeiz bestimmt, was für Moves wir auf's Wasser zaubern.

Aber - noch ist unser Lago-Wochenende nicht vorbei!! Für heute abend sind Michaela, Steffi, Almut, ich und meine Schwester Marion zum Grillen verabredet, also kaufen wir schnell noch ein paar leckere gesunde Sachen ein und fahren zu einer kleinen abgelegenen Bucht nördlich von Tempesta, in der sonst nur noch zwei Italiener friedlich ihre Angeln ins Wasser halten. Aber wie das bei einem Haufen netter Mädels nun mal so ist, bleiben wir nicht lang allein - in drei Meter Sicherheitsabstand lassen sich zwei Jungs nieder und beäugen kritisch unsere Vorbereitungen. Meine Schwester beeindruckt sie allerdings im Nullkommanix durch so ausgefeilte und hochprofessionelle Grilltechniken, daß sie schließlich ganz zutraulich näherrücken.
Die Chicks beim Barbecue

Warum sie allerdings unsere Hähnchenbrust mit provencalischen Gewürzen verschmähen, bleibt mir zunächst schleierhaft - bis sie aus ihrem VW-Bus vier dicke Koteletts kramen, auf den Grill schmeißen und mit Bier übergießen....tja, für Jungs muß es halt immer die fette Haute Cuisine sein!!!! ;-)) Der Geruch lockt noch zwei hungrige Surfer an, von Floh bekommen wir auch noch Besuch und als wir noch die Angler mit dem restlichen Hühnchen ködern, sind die Kerle am Feuer zum Schluß glatt in der Überzahl. Soviel zum Thema „Versuch eines Mädelsabends am Lago“...... :-))

Der nächste Morgen ist grausam!!! Der Wecker klingelt mich gnadenlos um viertel nach fünf Uhr wach und ich schäle mich tapfer aus meiner „Villa Espace“, um rechtzeitig zum Ventoparkplatz zu fahren, bevor die ganze Italienermeute wieder Schlange steht. Von Steffi ist nur ein Knurren aus dem Schlafsack zu hören - kein Wunder, nach meiner letzten Zählung haben wir gestern jede mehr als eine Flasche Teroldego Rotaliano vernichtet (sehr zu empfehlen: der Mezzocorona Riserva 1999!!!). Ich muß mich jedenfalls sehr bemühen, daß man meiner Fahrweise nicht den Restalkohol anmerkt!!!

Der Wind läßt sich heute morgen ziemlich Zeit, die Italiener stehen bereits wild debattierend am Wasser und blicken sehnsuchtsvoll gen Norden. Aber der Lago wäre nicht der Lago, wenn sich nicht schließlich gegen sechs Uhr die ersten Schaumkronen zeigen würden. Mit leichten Koordinierungsschwierigkeiten bauen wir die 5,3er Segel auf und holen uns den ersten naßkalten Schleudergang zum Wachwerden.
Almut speedet

Steffi und Almut
Was ich an Malcesine besonders liebe, sind die kleinen steilen Schanzen mit superkonstantem Wind von rechts, die mich selbst heute in meiner minimalen Tagesform ein paar echt geniale saubere Sprünge hinlegen lassen. Gegen halb zehn ist der Spuk bereits wieder vorbei, also wieder abbauen, wieder zügig um den See herumdüsen, Parkplatz am Pier suchen, Zeugs ans Wasser schleppen und wieder aufbauen (wer hat sich diese Action eigentlich ausgedacht???). Bis der Südwind gegen Mittag einsetzt, ist noch genug Zeit, um Almut aus der Nase zu ziehen, ob der Südtiroler von gestern abend auch wirklich so nett ist, wie er aussieht ;-)) und um anhand der Videos von letzter Woche zu analysieren, warum sich Steffi's Halsen einfach nicht durchgleiten lassen wollen.

Das ist auch noch so ein Vorteil davon, mit Mädels unterwegs zu sein: nicht nur, daß man sich die ewigen blöden Gerüchte spart, wenn man jedes Wochenende mit einer anderen im Auto pennt, nein - auch in puncto Motivation schlagen sie die Jungs um Längen!!! Wie oft habe ich mir von denen schon ein hingerotztes „die blöde Heli Tack lernst du doch eh nie“ anhören müssen, wogegen die Mädels eher mit konstruktiven Tipps aufwarten. Der Sport ist doch machmal eh schon heftig genug, da kann ich echt keine blöden Sprüche im falschen Moment brauchen!!!
Schöne Duck-Jibe von Steffi

Jedenfalls zaubert uns der Lago echt noch eine ganz anständige Ora (= Südwind) hin und wir dürfen uns noch mit den großen Segeln lockere drei bis vier Stunden in der Schweinebucht austoben. Als der Wind gegen fünf Uhr schwächer wird, will ich es schließlich doch noch mal wissen, leihe mir einen JP mit 129 Litern von einem Kumpel und übe mit einem 5,3er Segel so lange „Heli Tacks-into-Waterstart“, bis mir schwindelig wird. Erst als ich endlich acht Stück gestanden bin und die Sonne schon hinter dem Berg verschwunden ist, gehe ich vom Wasser.

Und das ist einfach der schönste Abschluß für so ein perfektes Lago-Wochenende: wenn man einen endlich neugelernten Move mit seinen Mädels teilen kann!!!!

Diese Story ist all den coolen surfenden Lago-Divas gewidmet: Almut, Andrea, Geli, Katja, Karin, Micha, Mary, Miki, Michaela, Nicola, Nicki, Sandra, Steffi, Tanja und all die anderen - see you on the water!!!

Mehr von den Lake Garda Divas gibt's im Surfchicks-Interview unter dem Menüpunkt >>Stories<< - check it out!!!!!

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